23. August 2008

Schadenfreude

Im Englischen gibt es soweit ich weiß kein Wort für Schadenfreude, weshalb die Amis auch ganz gern mal auf das deutsche Wort zurückgreifen. Das klingt dann meist recht niedlich :) .

Nunja, nachdem auf der Überwachungsinsel (UK) mal wieder sensible Daten abhanden kamen, [golem] die nun nach Befürchtungen von Rechtsexperten dazu führen könnten, dass sämtliche Gefängnisinsassen in UK die dortige Regierung verklagen könnten… lustige Vorstellung … wollten die Amerikaner natürlich in nichts nachstehen und haben ihre eigene Peinlichkeit verzapft.

Einem Hacker ist es angeblich gelungen in das Telefonsystem der FEMA (einer dem Homeland Security Department untergeordneten Behörde) einzudringen und über deren Leitungen Anrufe in den Mittleren Osten im Gegenwert von ca. 12.000 U$ zu tätigen.

Nachdem man sich nun solche Mühe gibt, alles und jeden zu überwachen und sämtlicher Daten, die in das Land ein- oder aus ihm ausreisen, habhaft zu werden, brauchte es offensichtlich in diesem Fall erst eine Anfrage der Telefongesellschaft, die sich über die sprunghaft angestiegenen Kosten für Gespräche in den Mittleren Osten wunderte, um den Einbruch zu entdecken.

*schadenfreu* :)

26. Juli 2008

Tastatur mit Ventilator

Das ist im wahrsten Sinne mal eine coole Idee ;) Ein Keyboard mit eingebautem Lüfter.

Thanko Lüfgter Keyboard

Jeder der dieser Tage viel am PC sitzt oder sitzen muss kennt das Problem, dass einem der Schweiß am Unterarm förmlich runterläuft, es sei denn man sitzt in einem vollklimatisierten Büro und friert sich den Arsch ab.

Das Thanko Cooling Fan Keyboard hat drei eingebaute Ventilatoren in der Handballen-Auflagefläche. Für den Antrieb der Ventilatoren wird natürlich etwas mehr Strom benötigt, daher belegt das Keyboard zwei USB-Anschlüsse.

Der Preis liegt bei stolzen 62$ und zu kaufen gibt es das Teil leider wohl derzeit nur in Japan. [FarEastGizmos]

21. Mai 2008

O&O Safe Erase zum kostenlosen Download

Sicherster Datenschutz ist immernoch die Datenvermeidung. Oder zumindest die Datenvernichtung, wenn diese nicht mehr benötigt werden. Wie jeder weiß, reicht das einfach Löschen von Dateien vor allem unter Windows nicht aus, um Daten sicher von der Festplatte zu entfernen. Im ersten Schritt wird hier nur der Verweis auf die Daten gelöscht, die eigentlichen Daten liegen weiterhin auf der Platte rum, bis sie irgendwann überschrieben werden.

Wer seine Daten sicher loswerden will, der kann zum Beispiel auf das Programm O&O Safe Erase zurückgreifen, welches bei SternTV zum kostenlosen Download angeboten wird (regulärer Preis 29,90 Euro). Das Programm löscht Daten durch mehrfaches Überschreiben selbiger. Das mehrfache Überschreiben der Dateien erfolgt mittels wissenschaftlich anerkannter Methoden und garantiert so einen guten Datenschutz zumindest für zu löschende Daten.

30. November 2007

Auskunftsanspruch der “Rechteinhaber”

Wie kürzlich gemeldet, will der Bundesrat eine Entschließung verabschieden, wonach Rechteinhabern Zugriff auf die künftig verdachtsunabhängig vorzuhaltenden Vorratsdaten von Telefon- und Internet-Verbindungen gegeben werden soll.
Dies zum Zwecke der Identifizierung möglicher Copyright-Verletzer und zu deren zivilrechtlicher Verfolgung.

Dazu ein Politikerzitat von Dr. Dieter Wiefelspütz (SPD):

“[...]es wird im Zusammenhang mit der Vorratsdatenspeicherung niemals, ich wiederhole niemals, zu einem Zugriff der Musik- und Filmindustrie auf diese Daten geben. Wer erfindet solchen Schwachsinn? Die Vorratsdatenspeicherung dient der Strafverfolgung. Zugriff wird es nur im Einzelfall mit richterlicher Erlaubnis geben. Die Vorratsdatenspeicherung ist nicht dazu da, das Konsumverhalten von Bürgern auszuforschen.”

Nachzulesen hier: abgeordnetenwatch.de
(Man sollte sich die Fragen und Antworten durchaus einmal durchlesen, das ist teilweise wirklich furchteinflößend, entweder sind die Antworten trotzig-verweigernd, oder schlicht derart an der Frage vorbei formuliert, dass man glaubt, dort antwortet irgendein Praktikant…)

Fazit: Obwohl selbst Verfassungsrichter schon öffentlich die Meinung vertreten, dass die geplante Vorratsdatenspeicherung verfassungswidrig ist und einen unzumutbaren Eingriff in die Privatsphäre und Freiheit der Bürger mit sich bringt und dieses Vorhaben mit einem “Orwell’schen Überwachungsstaat” vergleichen, und obwohl von allen Seiten behauptet wurde, dass diese Totalüberwachung aller Bürger in Deutschland einzig und nur dem Zweck der Terrorbekämpfung und der Aufklärung schwerer Straftaten dienen würde, werden jetzt schon öffentlich Pläne geschmiedet, wie diese Daten eben auch zur Gewinnmaximierung gewisser Industriezweige verwendent werden können.

Spekulationen über die Motivation der Politiker seien jedem selbst überlassen.

Allerdings sollten zwei Dinge langsam auch dem letzten klar werden:
Erstens, wenn die Daten ersteinmal gesammelt wurden, wird es keine Grenze mehr geben, diese auch auszunutzen, für welchen Zweck auch immer.

Zweitens, jeder wird etwas zu verbergen haben, vor Menschen, die so offensichtlich Lügen verbreiten und derart versuchen die Bürger hinters Licht zu führen.

23. November 2007

Was zum Lachen und zum Weinen

21. November 2007

25 Mio “Datensätze” verloren

Selbst wenn man die geplanten Maßnahmen rund um die Vorratsdatenspeicherung und die Ausweitung der Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen bei gleichzeitiger Einschränkung fundamentaler Grundrechte einer Demokratie mal unbewertet lassen will, so sollte man sich dennoch folgenden Vorfall mal durch den Kopf gehen lassen:

Wie Heise heute (21.11.2007) berichtet, sind der britischen Behörde HM Revenue and Custom, verantwortlich für Steuerfragen und für Wohlfahrtsprogramme, bereits am 18. Oktober 2007 zwei Datenträger mit den Daten von 25 Millionen britischen Bürgern abhanden gekommen.

Diese sollten auf postalischem Wege an das National Audit Office versandt werden, wo sie leider nie ankamen. Die Daten enthielten Namen, Anschriften, Geburtsdaten, nationale Versicherungsnummern und teilweise Informationen zu Bankverbindungen von Haushalten, deren unter 16 Jahre alte Kinder Kindergeld bezogen.

Allein diese Daten sind für diverse Leute mit entsprechender krimineller Energie bares Geld wert, eröffnen sie doch Missbrauch Tür und Tor. Eines der großen Probleme des Internet ist der Identitätsdiebstahl. Hierbei versucht man durch Erlangung wichtiger Daten anderer Menschen sich als eben diese auszugeben und zum Beispiel auf deren Kosten Geschäfte abzuwickeln oder sie anderweitig zu schädigen.

Ungeachtet aller übrigen Kritik zeigt dieses Beispiel wieder einmal, wie gefährlich es ist, wenn Datensammelwut und Inkompetenz aufeinandertreffen.

Wie sehr die Verantwortlichen um die Sicherheit der betroffenen Menschen bedacht sind, zeigt, dass das Management von HM Revenue and Customs erst am 8. November und der Schatzkanzler erst am 10. November von der Panne erfuhren.

Bis zu diesem Zeitpunkt waren die betroffenen Personen nicht informiert und bis heute weiß man nichts über den Verbleib der Datenträger…

19. September 2007

Das Ende der Privatsphäre

Aus diversen aktuellen Anlässen mal eine Buchempfehlung:

Das Ende der Privatsphäre

Das Ende der Privatsphäre

Peter Schaar ist Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit und sollte daher ziemlich genau wissen, wovon er spricht.

Seiner Meinung nach ist es “höchste Zeit, dass wir aufwachen”, da die Privatsphäre nicht nur durch staatliche
Kontrollen, sondern auch durch wirtschaftliche Interessen und technologische Entwicklungen, einer zunehmenden Bedrohung auszgesetzt würde. Zudem spricht er von einem Gewöhnungseffekt, was Überwachung und Datenerfassung angeht.

Dabei weist er darauf hin, dass es eben nicht nur die kleinen Einzelmaßnahmen sind, die sich leicht erdulden lassen, seien es Videoüberwachung, Erfassung der Verbindungsdaten, die Positionserfassung von Handys oder die Erhebung von Daten betreffend das Konsumverhalten. Die Hauptgefahr besteht in der Kombination dieser Daten, die so zu einem lückenlosen Bild eines jeden Bürger zusammengefügt werden können.

Ein Problem besteht für ihn daran, dass die meisten Menschen gar nicht überblicken können, welche Datenmengen über sie angehäuft und welche Informationen hieraus gewonnen werden können.

Die Privatsphäre ist seiner Ansicht nach die wesentliche Voraussetzung für eine freie Meinungsbildung und somit einer freien Gesellschaft.

Die umfassende Kontrolle der  öffentlichen, wie auch der privaten Sphäre  sind seit jeher Merkmale von totalitären Systemen.

22. Juli 2007

Und noch ne Panne diesmal bei DSL Anbietern

Wie in der kommenden c’t Nr. 16 vom 23. Juli 2007 zu lesen sein wird, gab es wohl bei einzelnen DSL-Anbietern kleine technische Probleme, die zu einem sogenannten Netzwerkkurzschluss führten.

Demzufolge ist dieser Fehler bei Anschlüssen des Anbieters Alice-DSL in den Städten aufgetreten, in denen der Anbieter auf das Netz der Firma Telefonica zurückgegriffen hat.

Da bei vielen Providern die Infrastruktur auf Ethernet basiert und das bei DSL verwendete ATM im Endeffekt nur eine Erweiterung dieser Technik ist, sind die DSL-Modems permanent mit dem DSL-Provider verbunden, auch wenn man sich nicht ins Internet “eingewählt” hat. Eigentlich findet keine Einwahl statt, sondern man authentifiziert sich lediglich.

Durch Fehlkonfigurationen der Switche beim Netzbetreiber kann es nun passieren, dass die angeschlossenen Benutzer nicht sauber voneinander getrennt werden und Rechner im selben Subnetz hängen. Somit sind die Rechner miteinander transparent vernetzt. Jede Freigabe im eigenen Netz wird so auf die anderen per DSL verbundenen Rechner ausgeweitet, was sehr unschön sein kann.

Zum Glück betraf das wohl bisher nur wenige Kunden. Abhilfe schafft hier in jedem Fall ein zwischengeschalteter Router. Man sollte grundsätzlich einen Router für die Internetverbindung benutzen, denn dieser bietet zumindest einen rudimentären Schutz vor Angriffen aus dem Netz und wie in diesem Fall auch vor unfreiwilligen Datei-Freigaben an andere Internet-User.

Mehr zu lesen findet man hier:

heise.de
golem.de

21. Juli 2007

Und wieder eine Datenpanne

Diesesmal bei der Tokioter Polizei, aber ich denke sowas ist symptomatisch. In Deutschland gab es ja auch schon Festplatten mit geheimen Polizeidaten bei eBay zu kaufen.

Da hat doch ein Tokioter Polizist eine Filesharing-Software auf seinem Dienstrechner installiert und dämlicher unbedachterweise gleich mal die gesamte Festplatte freigegeben.

Herrlich, und nun freuen wir uns alle auf die Datenvorratsspeicherung in Deutschland und darauf, dass wir demnächst bei Google nachlesen können, was unsere Nachbarn und Kollegen so im Internet treiben, oder was sie für SMS und eMails schicken. Wir haben doch alle nichts zu verbergen oder?

Gefunden bei heise.

Also, wer überwacht die Überwacher?

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